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Eine demokratische Entscheidung
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Eine demokratische Entscheidung


Erst ging die DDRepublik dahin, dann der Palast dieser Republik. Nic Nagels Dokumentarfilm spielt in den letzten Tage des symbolträchtigen Gebäudes in der Mitte Berlin und dokumentiert die heftigen Kontroversen um den Abriss. Es geht um Ästhetik und um Ideologie, um Stadtplanung, Machtsymbole und Symbolpolitik, um jung und alt. Es wird auch die Frage aufgeworfen ob ein Land durch öffentliche Bauten einen Teil seiner Geschichte auslöschen kann, darf oder soll. Der Bundestag hat sich mit dem Votum für den Bau des Stadtschlosses für die Anknüpfung an die Zeit der deutschen Kaiser entschieden – aussen jedenfalls.
Dieser Film ist nur in den Mitgliedsstaaten der EU verfügbar.

Filminformation

Originaltitel: Eine demokratische Entscheidung
Sprachfassung: Deutsch mit englischen UT
Produktionsland: Deutschland
Jahr: 2008
Länge: 79 Min.
Farbe
Regie: Nic Nagel
Drehbuch: Nic Nagel
Kamera: Bernadette Paaßen, Knut Schmitz, Markus Jäger, Klaus Tümmler, Axel Gerke, Frank Sputh, Volker May
Schnitt: Ludmilla Korb Mann, Nic Nagel
Ton: Frank Bubenzer, Bettina Grauel, Dule Solomun, Nic Nagel
Tonmischung: Nic Wohlleben
Musik: Bernadette LaHengst, Marcus Schmickler, Peter Licht
Darsteller/Mitwirkende: Sven Julia, Manfred Passer, Prof. Dr. Gerd Dellas, Holger Nawrocki, Jonas Burgert, Sybill Klotz, Karin Baumert, Josefine Bothe, Marc R. Wilkins, Amelie Deuflhard, Wolfgang Börnsen, Bruno Flierl, Wilhelm von Boddien, Klaus Ulrich Schmidt, Christoph Wagner, Andrezej Berlin, Florian Berger, Dr. Volker Meyer, Tobias Schulze, Irene Freikamp, Sophie Freikamp, Mathias Flüger, Philip Oswaldt, Tom London, Uwe Schneider, Florian Berger, Harald Schöpe, Christoph Zangerl, Mathis Nägele, Klaus Wowereit, Coco Kühn, Fabian Knecht, Sebastiano Mazzola, Sophie Krempel, Benjamin Förster-Baldenius, Mathias Rick, Cornelius Mangold, Jan Helge Teiler, Gregor, Renate Blank, Michael Berger, Petra Pau, Andy Heide, Ingeborg Junge-Reyer, Claudia Hämmerling, Alice Ströver, Nikolas Bernau, Christian Ströbele, Anna Lührmann, Wolfgang Thierse
Produktion: gop03 Filmproduktion GmbH, Christin Meyer, Anke Jungfleisch
Festivals: 2008: achtung berlin - new berlin film award; One World Berlin
Archivmaterial: Gerd Conradt, Amelie Deuflhard gefördert durch: FFA – Filmförderungsanstalt, Medienboard Berlin Brandenburg GmbH, Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien


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Zum Inhalt

Palast der Republik

Wo der Palast der Republik stand, da erstreckt sich heute eine weite, offene Wiese. In Zeiten ständig zunehmender Erderwärmung könnte eine Grünfläche in der Mitte der steinernen Stadt ein Gewinn für die Lebensqualität der Städter sein. Doch Ökologie und Lebensqualität hatte die Politik nicht im Sinn. Die Berliner Republik ließ den Palast der DDRepublik abreißen um dort das Stadtschloss wiederzuerrichten , das wiederum 1950 auf Geheiß des DDR-Regimes 1950 abgerissen worden war . Das Ziel war erst die symbolische Auslöschung - eine Art städtebaulicher Revanche, in beiden Fällen. Denn so empfindet es mancher Bürger: Solche Machtdemonstrationen der Sieger kennt man aus den vergangenen Jahrhunderten, wo die Burgen und Städte der Besiegten geschleift wurden. Eine demokratische Entscheidung

Abriss eines gigantischen DDR-Palastes

Dieser Film erlaubt aus zeitlicher Distanz einen neuen Blick auf die Auseinandersetzungen um den Abriss des gigantischen DDR-Palastes. Es war ein äußerst unansehnliches 70er Jahre Gebäude, das nichts desto Trotz für seine ehemaligen Nutzer heitere Erinnerungen wachrief. Die Diskussion um den Bau, um seinen Abriss und um seinen Nachfolger hat ein wenig mit Ästhetik zu tun, ein bisschen mehr mit dem Selbstverständnis der ehemaligen DDR-Bürger, und sehr viel mit dem Willen das grade Vergangene gegen das längst Vergangene zu ersetzen. Außerdem wird hier ein Generationenkonflikt konstatiert und über neue Nutzung der Räume hinter der zu rekonstruierenden Schlossfassade gesprochen. Es klingt auch die Frage an, wem die Stadt gehört und ob ihre Bewohner bei ihrer Entwicklung mitsprechen dürfen. Es gibt viele verschiedene Aspekte und Diskussionsebenen. Doch letztlich sprach die Politikerkaste der repräsentativen Demokratie ein Machtwort.

Bau eines Traumschlosses

Den Darstellungen zufolge scheint die Argumentation für den Abriss von seinen Lobbyisten mit dem Aufbau des längst vergessenen Stadtschlosses verknüpft worden zu sein. Zurück in die Zukunft mit historisierenden Disneylandfassaden wurde zum Paradigma. Somit wurde die Chance einer selbstbewussten, modernen zukunftweisenden Architektur an Stelle der abgerissenen Hässlichkeit aus der offiziellen Diskussion gedrängt. Dies scheint ein Verdienst des Hamburger Adligen Wilhelm von Boddien zu sein, der höchst eloquent für die Rekonstruktion des Preußenschlosses wirbt. Boddien, dessen eigenes Unternehmen 2004 in die Insolvenz ging, versprach 80 Millionen € zu sammeln. Die Gesamtkosten des Traumschlosses wurden schon 2007 auf 550 Millionen veranschlagt. Dass es dabei bleibt scheint unwahrscheinlich. Herr Boddien jedenfalls wird daran nicht noch einmal in die Pleite gehen. Politiker, die gleichen „Volksvertreter“ also, die Banken mit Milliarden fördern und zur gleichen Zeit bei den Armen sparen, diese Politiker werden mit dem Geld der Steuerzahler ein Schloss finanzieren. Lange bevor der Bau dieses Traumschlosses beginnt, ist es also schon zum Symbol sozialer Ungerechtigkeit geworden. Eine demokratische Entscheidung

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Filmkommentare:

natalieg  07.12.2009

Best film about the Palast - ok, it takes sides, but it is well researched and stunningly photographed.