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Das Netz
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Das Netz


Was haben LSD, höhere Mathematik, Computertechnologie, Multimedia-Kunst, Top-Wissenschaflter, Hippies und der Unabomber miteinander zu tun? Lutz Dammbeck begibt sich mit seinem Film DAS NETZ auf die Suche. Sein Film stellt Fragen und regt an weiterzufragen. Am 3. April 1996 wird Theodore J. Kaczynski in den Bergen Montanas vom FBI verhaftet. Der ehemaligen Harvard-Absolvent und Mathematikprofessor wird beschuldigt, als „Unabomber“ 23 Anschläge gegen Wissenschaftler und Manager verübt zu haben. Der Unabomber hat sogar 3 Tote zu verantworten. Kaczynski, der einstige Musterschüler mit einem IQ von 170, der schließlich zu einem der „most wanted“ Terroristen wurde, ist mittlerweile rechtmäßig verurteilt. Bis heute bestreitet er jedoch die Attentate ausgeführt zu haben. DAS NETZ ist das Dokument einer Spurensuche, eine Kulturstudie als Roadmovie. Wir treffen auf soziale und technische Utopien, werden an die LSD-Versuche der Militärs und an die Drogenexperimente der Hippie-Generation erinnert. Auf seiner Reise durch die USA begegnet der Dokumentarfilmer Lutz Dammbeck vielen Protagonisten des kulturellen Umbruchs der 60er Jahre, die bis heute das künstlerische und intellektuelle Klima in den USA bestimmen, Literaturagenten und Künstlern in New York, Computerwissenschaftlern und Militärs in Boston, Palo Alto und Washington. Wie kommt es, das Künstler und Mathematiker so oft die gleichen Begriffe wie Loop, Feedbackschleife, System, Simulation und Kommunikation verwenden? Verbindet Kybernetik, Multimediakunst und militärische Forschung ein gemeinsames Weltbild eine gemeinsame Logik? Und, gibt es in diesem von binären Codes programmierten Universum Platz für den Mensch? DAS NETZ lässt die Konstrukteure, Maschinisten und Agenten dieser Systeme zu Wort kommen. Auch den Einen, der ausstieg. Wollte er die Maschinen zu stoppen? .

Filminformation

Originaltitel: Das Netz
Sprachfassung: Deutsch/Englisch mit deutschen UT, Englisch/Deutsch mit englischen UT
Produktionsland: Deutschland
Jahr: 2003
Länge: 121 Min.
Farbe
Regie: Lutz Dammbeck
Drehbuch: Lutz Dammbeck
Kamera: Thomas Plenert, Istvan Imreh, James Carman
Schnitt: Margot Neubert-Maric
Ton: Karl Laab
Tonmischung: Martin Steyer
Musik: Jörg U. Lensing
Darsteller/Mitwirkende: Theodore Kaczynski, Stewart Brand, Heinz von Förster
Produktion: Jochen Dickbertel (SWR), Sabine Schenk, Lutz Dammbeck Filmproduktion, SWR, Arte
Festivals: Internationales Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm 2003 (D), Transmediale Medienkunstfestival Berlin 2004 (D), EUROPEAN MEDIA ART FESTIVAL Osnabrück 2004 (D)Kassel Documentary Film- & Video Festival 2004 (D)
Preise: EMAF Award für eine richtungweisende Arbeit der Medienkunst
Erzählt von: Eva Mattes, Thomas Vogt Recherche: Dietmar Post, Rica Linders Gefördert durch: FilmFörderung Hamburg GmbH, Filmbüro Nordrhein-Westfalen e.V., MFG Filmförderung Baden-Württemberg GmbH, Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH, Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, Kulturelle Filmförderung Mecklenburg-Vorpommern, Media Desk Brüssel, BKM – Filmförderung des Bundes
Website des Films: t-h-e-n-e-t.com


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Zum Inhalt

„Wo ist die Realität? Wo haben Sie die?“

fragt hier der inzwischen verstorbene Physiker Heinz von Foerster. Dies ist nur eine von vielen Fragen, denen Lutz Dammbeck mit seinem Film Das Netz begegnet bzw. die er mit seiner Arbeit dem Publikum stellt. Am Anfang seiner cineastischen Weltensuche stand sein Wunsch, der neuartigen Beziehung mit Computern und Technologien nachzuspüren, mit der sich die moderne Kunst in den 1960er Jahren auseinandergesetzt haben. Das Netz sucht nach Verbindungen zwischen Kunst, Mathematik und Internet. Dazu begibt Dammbeck sich auf eine Spurensuche in die Vereinigten Staaten und spricht mit vielen „Machern“, wie dem Herausgeber und Verleger John Brockman, der in den sechziger Jahren der New Yorker Multimedia Szene angehörte, dem Autor Stewart Brand, der Kontakte zu Timothy Leary hatte, dem Ingenieur Robert Taylor, einem der Erfinder des Internetvorläufers ARPANets, mit David Gelernter von der Yale University, einem der Opfer des Unabombers und zwei Nachbarn von Kaczynski, die maßgeblich zu seiner Verhaftung beigetragen haben. Das Netz Regisseur Lutz Dammbeck

Im Zentrum steht jedoch Dammbecks Briefwechsel mit Ted Kaczynski

dem mutmaßlichen Unabomber, der zwischen 1985 und 1995 sechzehn Attentate mit Briefbomben verübt haben soll. Während für die meisten Interviewpartner die Täterschaft von Kaczynski fest steht, schließlich wurde er von einem Gericht als Unabomber verurteilt, legt der Film Zweifel an seiner Schuld nah. Doch hier geht es weniger um Schuld oder Unschuld. Dammbeck interessiert sich für Ted Kaczynskis Überlegungen zu der menschenverachtenden Utopie der technologisierten Welt.

Diese Utopie scheint sich über ein Netzwerk zu verbreiten.

Zu dessen Knotenpunkten könnten die Macy-Konferenzen (1946-1953) gehört haben, in denen die Fundamente der Kybernetik gelegt worden sind. Gerahmt wird der Film von den „Unvollständigkeitssätzen“ des Mathematiker Kurt Gödel, der nachgewiesen hat, dass in jedem formal logischen System Probleme sitzen, die nicht lösbar und entscheidbar sind. Interviews und Faktendarstellung werden von den Briefen Kaczynskis unter- und gebrochen. In ihnen spiegelt sich die Furcht vor der Unberechenbarkeit von offenen und komplexen Systemen, in deren Hände sich die Menschheit zunehmend begibt. Das Netz Undurchdringliche Verstrickungen Kaczynski hatte ein Gegenmodell entworfen, einen Rückzug aus der modernen Welt und eine Hinwendung zur Natur. Er, ein Hochbegabter mit einem IQ von 170, ehemaliger Mathematikprofessor in Berkeley, lässt seine Karriere hinter sich, um in einer kleinen Hütte in der Wildnis in Montana zu leben. Er kritisierte das entstehende System und verfasste ein Manifest, das Lutz Dammbeck begleitend zum Film in deutscher Fassung herausgab. Schließlich wurde Kaczynski 1996 von FBI Agenten gefasst und gegen seinen Willen in einem „Plea bargain“, ohne das Recht sich selber zu verteidigen, ohne Gerichtsverhandlung, zu lebenslanger Haft verurteilt. In einer Collage aus verschiedenen Medienberichten heißt es: „Paranoide Wahnvorstellungen bestimmen Mr. Kaczynkis Leben“, und „Wenn er für verrückt erklärt wird, haben seine Taten keine politische Wirkung; und keine Bedeutung für die Gesellschaft.“ Dammbeck nimmt Kaczynski und seine Theorien ernst. Aber auch Dammbecks Interviewpartner erhalten angemessenen Raum, um ihre Sicht der technologischen Entwicklung zu erzählen.

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Filmkommentare:

dutyfarm  04.06.2009

Ein toller Film...!