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Divorce Iranian Style
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Divorce Iranian Style


Über viele Wochen hinweg haben Kim Longinotto und ihre Co-Autorin Ziba Mir-Hosseini das Treiben vor einem iranischen Scheidungsgericht beobachtet und Geschichten eingefangen, deren seltsame Tragik zuweilen durch komische Momente erhellt wird. Drei Frauen kehren immer wieder an diesen Ort zurück, wo nach den altertümlichen Regeln eines patriarchalischen Besitzempfindens Recht gesprochen wird. Jamileh will die Scheidung, weil ihr Mann sie schlägt und auch Ziba, die mit 14 einem Enddreiziger angetraut wurde, will das Ende ihrer Ehe. Maryam kämpft um das Sorgerecht für ihre Tochter. Obwohl das Gesetz unverholen auf der Seite der Männer steht, setzten die Frauen sich mit bewundernswertem Einsatz und voller Energie für ihre Sache ein. Gegen das Gesetz für ihr Recht. Sie haben keine Chance aber sie nutzen sie. Das ist sehr viel mehr als ein erster Schritt in Richtung Selbstbestimmung.

Filminformation

Originaltitel: Divorce Iranian Style
Sprachfassung: Farsi mit engl. Untertiteln
Produktionsland: Iran, Großbritannien
Jahr: 1998
Länge: 80 Min.
Farbe
Regie: Kim Longinotto, Ziba Mir-Hosseini
Drehbuch: Ziba Mir-Hosseini
Kamera: Kim Longinotto
Schnitt: Barrie Vince
Ton: Christine Felce
Produktion: Twentieth Century Vixen, Channel 4, Kim Longinotto; Ziba Mir-Hosseini
Festivals: IDFA (NL), Viennale International Film Festival (AT), Visions du réel Nyon (CH) Vancouver Film Festival (CA), Marseilles Film Festival (F), Edinburgh Film Festival (UK), Sheffield Documentary Film Festival (UK)
Preise: Best Film, Viewpoint International Documentary Film Festival; BAFTA Award, Flaherty Documentary Award for TV; Silver FIPA, Biarritz international Festival of Audiovisual Programming (F); Silver Hugo Award for Best Documentary, Chicago International Film Festival (USA), FIPRESCI Award, Yamagata International Film Festival (JP), Grand Prize for Best Documentary, San Francisco Golden Gate Award (USA); Best Feature Film Documentary, Kalamata International Film Festival (GR), Honorable Mention, Jerusalem Documentary Festival (IL)
Erzählt von: Joanna Rosethall
Dieser Film ist nicht in USA und Kanada verfügbar.


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Zum Inhalt

Hinschauen und zuhören

Typisch für Kim Longinottos Arbeitsweise ist eine der Filmszenen, die aussagekräftiger ist als jeder Kommentar:

Die kleine Tochter der Gerichtsstenographin, die seit ihrem 2. Lebensmonat jeden Tag im Gerichtszimmer verbracht hat, setzt sich auf den Platz des Richters, der sich für den Tag zurückgezogen hat. Erst einmal haut sie mit der Faust auf den Tisch und befiehlt: „Ruhe“. Danach liefert sie mit altklugem Charme einen sachverständigen Schiedsspruch zu einer Scheidung ab, den der Richter nicht hätte besser aufsagen können.

Im iranischen Familiengericht, laufen die Verhandlungen um Ehekonflikte und Scheidungsanträge eher informell ab. Dabei entfalten sich emotional aufgeladene menschliche Dramen. Es geht um Misshandlung, Freiheitsentzug, und Eifersucht, um Sorgerechte, Polygamie und Geld. Frauen dürfen, in Gegensatz zu den Männer, nur unter wenigen, sehr restriktiv ausgelegten Bedingungen einen Scheidungsantrag einreichen. Obwohl den Ehefrauen im Iran Heiratsgeld zusteht, müssen sie meist darauf verzichten um sich aus ihren unhaltbaren, oft erniedrigenden Ehen frei zu kaufen. Was immer der Grund für den Scheidungsantrag sein mag, das Familiengericht missbilligt Scheidungen und es unterstellt, dass die Frauen eigentlich in ihren Ehen bleiben wollen. Divorce Iranian Style Ehefrau und Mutter kämpft um ihr Recht vor Gericht

Aus dem Film

Richter: Worum geht es in ihrer Auseinandersetzung?. Ehefrau: Ich glaube er ist wahnsinnig... Richter: Also, es gibt keine Grundlegenden Missverständnisse? Ehefrau: Herr Vorsitzender, dieser Herr hat die Polizei aufgesucht... und hat mich beschuldigt eine außereheliche Telefonbeziehung zu führen. Der Polizist kam zu uns nach Hause... und fragte mich: „Haben Sie eine Beziehung mit Mr Bakhski? Ich sagte „Ja“. Er fragte: „Was für eine Beziehung?“ Ich: „Die Beziehung zwischen einer Nichte und ihrem Onkel.“ Der Polizist war fassungslos. Er sagte: „Ist Ihr Mann verrückt, dass er so etwas bei der Polizei meldet?“ Ich gestehe, ich habe mit meinem Onkel geredet.

Ehemann: Sie verlässt die Wohnung ohne meine Zustimmung.

Ehefrau: 'Er lügt. In den dreißig Jahren, die ich mit diesem Herrn verbracht habe, habe ich nicht ein einziges mal das Haus ohne seine Erlaubnis verlassen. Ich habe alle religiösen Ehepflichten erfüllt. Dieser Mann hat mein Leben zur Hölle gemacht.' Richter: 'Sie können alles ändern, wenn Sie sich gut benehmen'. Ehefrau: 'Das klappt nicht. Ich habe dreißig Jahre lang immer wieder Kompromisse gemacht und seine Wünsche erfüllt, in der Hoffnung, er würde beginnen, mir zu vertrauen und mich zu schätzen. All das kapiert er nicht. Wir haben zu Hause ein Telefon aber wenn es klingelt, darf ich nicht an den Apparat gehen. Er sagt „wenn du hörst, was deine Rechte im Islam sind, wirst du vor Schmerz schreien. Deine Rechte sind: Bekleidung und genug zu essen zu bekommen, damit du nicht verhungerst'.

Richter: 'Sie müssen Sich hübsch machen, damit er in die Ehe zurückkehrt. Sie müssen ihn verführen'. Ehefrau: 'Wozu? Ich will ihn überhaupt nicht mehr'.

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Filmkommentare:

Khashayar  22.05.2009

Ein sehr herzergreifender Film!