Pandora Blue(s)
Das FDCL mit einer Nachbetrachtung zum Avatar (Aufbruch nach Pandora) Film-Phänomen nach der jüngsten Vergabe der werbewirksamen Oscars, wo James Camerons Film dem Irak-Kriegs-Drama The Hurt Locker von Kathryn Bigelow unterlag. Über unterschiedliche Rezeptionen des Filmes von James Cameron. Über blinde Flecken im primär Rohstoffe verbrauchenden globalen Norden. Und über das reale im scheinbar virtuellen Pandora, das sich hierzuerde für indigene Gruppen und Völker in heftigen Konflikten um ihre Lebensräume manifestiert, in denen sich begehrte Rohstoffvorkommen befinden.
Unobtanium. Das Unerreichbare. Ein besseres Wort läßt sich für einen knappen Rohstoff wohl kaum finden. So heißt daher auch der von Energieknappheit geplagten irdischen Invasoren begehrte Energierohstoff in James Camerons Avatar. Gehütet wird Unobtanium von den blau-phantastischen Na’Vi auf dem Lichtjahre von der Erde entfernten Pandora. Das dortige Paradies samt seiner attraktiven drei Meter großen - und extremst im hiesigen Hier und Jetzt Merchandising tauglichen – BewohnerInnen und ihrer Kultur ist irdischen InvasorInnen schnuppe. Sie sind bereit das Unerreichbare zu jagen, Pandora, die Na’Vi-Kultur und alles den Na’Vi Heilige platt zu machen. Doch Na’vi und Natur schlagen (bekanntlich) zurück …
Als relativ knapper Rohstoff erwiesen sich für James Camerons Avatar in der Nacht zum 8. März die verteilten mit Gold überzogenen Oscarmännchen. Im Januar noch erhielt er den Golden Globe für das beste Filmdrama und die beste Regie. Dann ist Avatar der Film, der Titanic (auch ein Cameron-Film) verblassen liess und weltweit die größte Kasse machte: mehr als zwei Milliarden US-Dollar. Für neun Oscars war Avatar nominiert. Drei dieser Nominierungen erfüllten sich. Doch am Ende waren es für einen Filmemacher die falschen.
Denn die Oscars für den besten Film, die beste Regie und das beste Drehbuch erhielt in der Abstimmung der mehrheitlich schauspielernden 6.000 Akademiemitglieder der filmische David The Hurt Locker (auch kein Independent-Film) von Regisseurin und Mitproduzentin Kathryn Bigelow. Sie erhielt damit als erste Frau in der Geschichte des werbeträchtigen Oscartheaters den für die beste Regie.
Alle Cameron’sche Phantasie, dreidimensionale Bildgewalt und technische Innovation halfen somit nichts: Die wichtigsten Oscars blieben für ihn eben unobtanium. Doch Cameron nahm es scheinbar gelassen - und war in einem Interview rasch beim Geld als Referenz. “Nun, wir haben so viel Geld gemacht, wie alle anderen neun nominierten Filme zusammen … das nennt man übrigens Geschäft.” so der 55-jährige kanadische Regisseur nach der Preisverleihung. Ein wenig nach Trotz und nach einem ‘Seht her, ich habe den Größten!’ klang das dann doch.
James Cameron sollte nun spätestens seit seinen Terminator-Tagen keine Geldsorgen mehr haben. Und dass es ihm mit Avatar um mehr ging, als ums Geld machen, ließ er in zahlreichen Interviews durchblicken. Gegenüber dem britischen Telegraph äußerte er sich im Dezember des letzten Jahres wie folgt: “Ich sehe den Film als eine breite Metapher. Sie ist nicht so intensiv politisiert, wie andere es machen würden. Aber sie zeigt deutlich, wie wir mit der natürlichen Umwelt umgehen.” Und er war “beeinflußt durch die Geschichte der Amerikas, die Heerscharen von Invasoren erleiden mußten und deren Land den indigenen BewohnerInnen entrissen wurde.”
Was Cameron sprachlich historisch-retrospektiv verortet, ist jedoch auch aktuell ein weiter fortschreitender Prozess, der sich weltweit an vielen an Rohstoffen reichen Orten und Regionen beobachten läßt. Wenn also Camerons Film eine diesbezügliche Botschaft enthielt, dann kam sie in vielen Köpfen nicht wirklich an.
Die BBC war mehr oder weniger froh über den Sieg von Politik (The Hurt Locker) über Popcorn (Avatar). Für den Spiegel ist Avatar eine “Flucht in eine virtuelle Welt” geprägt von einem “naiven Schwarzweiß-Denken”. Und die FAZ schrieb unter anderem “Man muss deshalb auch nicht allzu viel auf die vage ökologische und moralische Botschaft des Films geben, die natürlich unbedingt konsensfähig ist, weil niemand für die rücksichtslose Ausbeutung von Bodenschätzen und die Vernichtung indigener Völker plädiert.”
Unbedingt konsensfähig? Das hat die FAZ dann wohl exklusiv! Insbesondere die Worte aus der FAZ würden an vielen Orten in Ländern des globalen Süden sicher für Überraschung gepaart mit schmerzhafter Heiterkeit sorgen. Und die FAZ-These vom ‘niemand ist für die rücksichtslose Ausbeutung …’ ist schlichtweg unhaltbar. Es gibt da ein paar. Es sind nicht wenige. Es sind wirtschaftlich mächtige Interessen. Und wer es nicht glaubt, der gehe vor Ort – und werde sehend.
Als Popcorn oder dreidimensional erfahrbarer Bilderrausch wurde Avatar dann in vielen Ländern des globalen Südens wie Ecuador, Indien oder Peru auch nicht erfahren. Um die in Avatar erzählte rund 150 Jahre ferne Zukunft auf dem fernen Pandora zu erleben, müssen manche Menschen hierzuerde nur aus dem Fenster schauen oder ‘vor die Tür gehen’. Pandoras filmisches Zukunftsschicksal, befallen von rücksichtslosen Rohstoffe suchenden Invasoren, ist für Viele schlicht und einfach alltäglich gelebte Realität. Und mitunter ist der Invasor der eigene Staat.
Avatar is Real in the Amazon ist auf der Internetseite der Change Chevron Kampagne des Rainforest Action Networks zu lesen. Zehntausende Indigene leben im nördlichen ecuadorianischen Regenwald in dem Umweltdesaster und mit den gesundheitlichen Folgen, die drei Dekaden Erdölförderung durch die US-amerikanische Texaco (1964-1990) hinterlassen haben: verdreckte Flüsse, gerodete Wälder, mit Erdöl getränkte Böden. Die Todesursache Krebs ist in der Bevölkerung deutlich höher als normal. Texaco wurde 2001 von Chevron gekauft. Als Rechtsnachfolger sieht sich Chevron in einem Gerichtsverfahren in Ecuador mittlerweile einer gutachterlich festgesetzten Schadenssumme von 27 Milliarden US-Dollar gegenüber. Chevron setzt momentan alle Lobby- und PR-Hebel in den USA in Kraft, um einen jusristischen Streit auf politischem Wege zu lösen, um so einen Schuldspruch zu verhindern.
Über die Dongria Kondh in Indien schrieb der britische Guaradian Anfang Februar “Der Stamm der Dongria Kondh aus Ostindien wendete sich an den Filmregisseur James Cameron und bat ihn, ihnen zu helfen, die umstrittene Bergbaufirma Vedanta davon abzuhalten, eine Bauxit-Mine auf ihrem heiligen Land zu errichten. Sie glauben, er versteht ihre Notlage besser als andere. Wie die Na’vi in Camerons Avatar, die verzeifelt versuchen Menschen daran zu hindern unter ihrem Heiligen Baum zu graben, versuchen die Dongria Kondh Vedanta davon abzuhalten eine Mine auf ihrem heiligen Berg zu errichten.”
Und in Peru wurde aus Avatar ein zeitgenössisches Baguatar. Weit zurück denken musste man nicht. Denn erst Anfang Juni des vergangenen Jahres erlebte Perus Amazonien ein blutiges Intermezzo. Im April 2009 begann der friedliche Protest zehntausender Indigener, nachdem die Regierung im Zuge der Verhandlungen über ein so genanntes Freihandelsabkommen mit den USA knapp 100 Gesetze verabschiedet hatte. Viele der Gesetze betrafen indigene Territorien und Rechte. Es ging unter anderem um vereinfachten Zugang zu indigenem Land für Investoren und die Möglichkeiten der Nutzungswandlung von Wald zu landwirtschaftlichen Flächen. Zu den Gesetzen war die indigene Bevölkerung jedoch niemals konsultiert oder anderweitig einbezogen worden. Die Regierung war nicht bereit zu verhandeln. Die Proteste der Menschen zeigten Wirkung und unterbrachen wichtige Transportrouten. Staatliche Sondereinheiten der Polizei schlugen darufhin am 5. Juni in der Nähe des nordperuanischen Bagua (daher Baguatar) friedliche Proteste von tausenden Indigenen mit scharfer Munition und Tränengas nieder. Nach offiziellen Zahlen kamen rund 40 Menschen (darunter auch 24 Polizisten) ums Leben. Hunderte wurden durch scharfe Munition verletzt. Die verschiedenen indigenen Gruppen sprachen jedoch von wesentlich mehr Toten und Verschwundenen auf ihrer Seite. Und hunderte von Indigenen sehen sich in einem Akt staatlicher Willkür von Gerichtsverfahren bedroht.
Die peruanische Tageszeitung La Republica schrieb über Avatar treffend: “Es mag futuristische Fiktion in einem extraterrestrischen Szenario sein. Aber Avatar bebildert luxuriös detailliert die Methoden, mit denen transnationale Konzerne bei der Ausbeutung von Rohstoffvorkommen vorgehen gegenüber indigenen Gruppen oder Völkern, die nicht kontaktiert werden wollen. Dabei nutzen sie wie im Film Söldner und Spezialisten, wie Kommunikationsexperten, Archäologen und andere Wissenschaftler.”
Lob gab es für Avatar auch vom bolivianischen Präsidenten Evo Morales. Der Film, so Morales, zeige in profunder Weise den Widerstand gegen den Kapitalismus und den Kampf für die Verteidigung der Natur. Nun ja, wenn er mit der exklusiven Kapitalismuskritik da mal nicht irrt. Denn auch Boliviens Wirtschaft hängt auf dem Weg zum Sozialismus des 21. Jahrhunderts weiter am Rohstofftropf. Und zahlreiche soziale und Umweltprobleme bei Rohstoffprojekten im Land selbst zeigen wie konflikhaft dieser Sektor ist. Und der Blick auf Boliviens neue Verfassung von 2009 verrät, dass das Land nun selbst nicht 100 Prozent kapitalismusfrei ist. Vielleicht zielte seine Aussage aber auch eher auf die Länder des globalen Nordens mit ihrem hohen Konsum und ihrer Nachfrage nach Rohstoffen.
Nun gut. Die Oscarrechnung mit Avatar ging nicht auf. Auf die Werbewirksamkeit eines Oscar für den besten Film hatten Umweltgruppen wie das Rainforest Action Network (Change Chevron Campaign) gehofft. Doch ist das nicht etwas naiv? Ein Preis aus der kommerziellen, eher selbstreferentiellen Hollywood-Maschine und ein Film als Retter der Welt, sollen globale Bewußtheit dafür schaffen, wie wir Menschen direkt und indirekt die Erde ausplündern und uns unserer eigenen Lebensgrundlagen berauben? Die Oscarfeierlichkeiten boten jedenfalls keine Umweltbotschaft. Was von Avatar neben den drei Oscars in technischen Kategorien blieb, war ein Ben Stiller im Na’Vi-Make-Up-Look. Blau im Gesicht, eine schöne Oberfläche bietend aber keine Botschaft im Sinne Camerons.
Wie schwer seine Umweltbotschaft ohnehin im Film zu platzieren war, verriet Cameron in einem Interview mit der Los Angeles Times. Der Regisseur sah sich nicht nur den Angriffen US-amerikanischer Rechtskonservativer ausgesetzt. Die waren im anti-Modus und warfen ihm anti-amerikanische, anti-menschliche, anti-militärische Haltungen und eine anti-westliche Weltsicht vor. Auch das Filmstudio 20th Century Fox versuchte Cameron seine Idee auszureden. Nachdem man dort das Drehbuch gelesen hatte, hieß es: “Wir mögen ja die Story (sic!). Sie ist großartig (sic!). Aber gäbe es einen Weg, dass wir etwas weniger von diesem Bäume-Umarmen (tree hugging) haben könnten?” Cameron setzte sich schließlich gegen die Zweifel des Studios durch.
Für Cameron geht es nach dem Milliardenerfolg mit Avatar natürlich weiter. Und nicht nur im Merchandising, wo es das zugehörige Avatar-Computerspiel bereits gibt. Nachdem er die ersten Ideen für Avatar bereits Mitte der 90er Jahre ausbrütete, hat der Erfolgsregisseur jetzt schon Pläne und Ideen für einen zweiten und dritten Teil.
Unsereine/r hat keine Ahnung wie die aussehen sollen! Aber angesichts der oben geschilderten unterschiedlichen Rezeptionen des Films: Vielleicht könnte der Technikfreak Cameron in kommenden Filmen einfach das Lichtjahre entfernte blaue Pandora ein wenig näher an den hiesigen Blauen Planeten rücken. Oder einfach direkt dort platzieren, wo es hierzuerde in der Kombination von Rohstoffausbeutung und sozialen Konflikten massiv brennt.
Oder er schnappt sich seine Ex-Ehefrau Kathryn Bigelow und sie drehen eine Art kombinierte Avatar-The Hurt Locker-Sequel im Irak. Was bei allem Lob und allen Preisen für The Hurt Locker und auch der Dankesrede von Kathryn Bigelow komplett in den Hintergrund rückte war: Was machen eigentlich diese miltärischen InvasorInnen im Irak?
Es geht da vor allem um einen zähen, klebrigen Stoff im Boden. Weltweit immer schwerer zu fördern und knapper werdend. Er ist zähflüssig und schwarz. Er ist irgendwann mal unobtanium. Und wir alle sind jetzt bereits Pandora-InvasorInnen!
Tags: avatar, Bergbau, chevron, dongria kondh, ecuador, fdcl, hurt locker, indigene, james cameron, kathryn bigelow, oscar, peru, rainforest action network, strip mining, vedanta



10.03.2010
Slavoj Zizek finds the film less than empowering:
http://www.newstatesman.com/film/2010/03/avatar-reality-love-couple-sex
10.03.2010
Well, lots of people even seem to find the Pandora beauty depressing in face of the rather ugly-dirty reality on planet Earth: http://blog.taragana.com/e/2010/01/12/avatar-leaves-audiences-depressed-for-not-being-real-79479/ (could be a topic for Zizek, too, as I remember The Pervert’s Guide to Cinema)
Avatar being not perceived as empowering may explain why Camerons environmental message failed to get to (what part?) of the audience (with what characteristics?) - even if it seems some US right wing commentators got this message as they accused Cameron of being anti-US, anti western lifestyle etc. and even 2oth Century Fox asked for less tree-hugging in the film.
But even if not empowering I think the interesting aspect of Avatar is that certain (groups of) people in certain - globally southern - countries/places managed to identify - if not with the extremly idealized and unreal we-never-do-any-harm-to-nature indigenous people - with the scarce resource exploitation context offered in the film and its different actors (transnational corporations, scientists, mercenaries etc). And I think - even if Zizek writes in the article on the Odissa/indian case “However, no matter how unpalatable this violence is to our liberal taste, we have no right to condemn it.” his problem is that he doesn’t or might never really have the perspective and experience of someone affected by a resource exploitation project. Who are the ‘we’ in “… we have no right to condemn it.”, anyway?
10.03.2010
The “we” are the Western liberals who condemn (especially Maoist?) violence as a means to an end. The politically correct crowd. Sure, Zizek, a Slovenian intellectual, probably has no traumatic (direct) history of capitalist exploitation, but I think his point about the role of the “other” is well-taken.
10.03.2010
Even the story is stolen - as youcan see
http://images.huffingtonpost.com/gen/130283/original.jpg
10.03.2010
@ Johann: (and especially for the German/Berlin crowd): James “Helene Hegemann” Cameron.
@ natalieg: You surely wanted to especially refer to Maoist violence!
10.03.2010
Helene Hegemann at least chose a more obscure source than a popular quasi-historical myth->made into a Disney movie.
10.03.2010
Found this at pulsmedia (http://pulsemedia.org/about/) on Cameron/Avatar
http://pulsemedia.org/2010/03/09/james-camerons-brilliance-defies-the-oscars/
but the commentary section to this article has some value, too!!
Had to laugh about this Huffingtonpost piece (linked in the article)
http://www.huffingtonpost.com/2010/01/12/evo-morales-praises-avata_n_420663.html
… since when is copy-paste-publishing an AP piece blogging — eg yahoo.com has this news agencies reproduction function as well … interesting comment section culture at Huffingtonpost …
10.03.2010
If exploited people read Avatar against the grain and draw something of use for their struggle from the film, that’s great. But Cameron’s film is not outside the Other/Us dualities that often are a prerequisite for exploitation and nourish it. To reverse the old saying, trust the song, not the singer.
10.03.2010
Yes Right so:
Does it mean, after I read this article, I need to watch Avatar?
For this weekend, I only have 15 Euro to watch a film, and the choice is between; The White Ribbon or A Prophet.
I can’t see why Avatar is the worth of the money, consider the two films listed above. And I bet the theme of Avatar is a White Man saves the Native People, bla bla. Boring!
Und in Hurt Locker, da rettet die US-Army die Kinder (z.B.den kleine Beckham) , die nur Fussball spielen wollen und versucht den Verkehr am laufen zu halten…
ScheissIslamÖkoTerroristen mögen keinen Individualverkehr der mit nichtersetzbaren fossilen Brennstoffen unterhalten wird…. obwohl doch das Land auf (unserem US) Öl schwimmt….
10.03.2010
“read Avatar against the grain”. Erm. But that’s a hidden reproduced dualism, too - against the grain vs. a (though not written) assumed (and if by me) ‘with the grain’ - with the former (= what exploited people read …) rather sounding the strange, the other, the wrong (in German against the grain can mean in the wrong direction). I think what happened with Avatar is that many (indigenous) people affected by resource extraction projects and conflicts found a pattern, a structure, a constellation of elements in the film that they identified with because it represented their daily experiences - and they felt with their experiences included, visible. a point that some media folks and outlets in the north didn’t want to see or accept or couldn’t see. and for the great deal of indigenous people on earth the normal thing is exclusion and not inclusion, being invisible instead of being visible.
That point is interesting as with the same dual conception of worlds (advanced white, upper-middle-class vs. almost stone age retarded indigenous) Claudia Llosa’s films (Madeinusa, The Milk of Sorrow) are seen to a great deal in her native Peru. It wasn’t different with her Berlinale winner “The Milk of Sorrow”. You had people saying - rather academics - oh look, this film is racist, just look how the andean people in Lima are portrayed (in their roles) by what they say, how they act, what they do, in which roles they are put by Llosa … But these people portrayed, the actors, the non-pro actors people of a whole extremely poor suburb in Lima - they were just happy to be visible. (That’s all a bit more problematic with Llosas’ films as she - in a film sold as fiction - tends to walk in a lot of scenes on a very thin line to documentary style) You could also ask where are the ‘unseen’ limits of the filmmaker he or she him/herself is unaware of.)
You can ask now what’s better of these 2 selected options. a) Being not visible (= not exist) or b) being visible but perhaps (dual world like) misrepresented with wrong and potentially racist attributes. In the end I think this choice is up to the people concerned. They need to decide. And they as affected are a different ‘we’ from Zizeks ‘we’ - at least a dualism again - BUT which is based on daily life experiences which are hugely different. (All this would need further elaboration of course).
10.03.2010
… and of course … there is always the option of direct indigenous (co)-filmmaking from their own perspective or participatory filmmaking.
A bit rough but worth a try –> Perro del Hortelano (The Garderner’s Dog)
http://www.perrodelhortelano.com/perrodelhortelano/Inicio.html
http://www.selvarica.com/english/Selva_Rica/Film_2009.html (in English)
http://www.facebook.com/pages/El-Perro-Del-Hortelano/180438481631
Watch film in 8 parts via youTube with subtitles in English!
http://www.perrodelhortelano.com/
The Gardener’s Dog … it goes back as far as to this fable attributed to Aesop
http://en.wikipedia.org/wiki/The_Dog_in_the_Manger
.. but more recently in late 2007 - just before the Peruvian government was about to sign the final agreement to adjust national legislation for a so called Free Trade Agreement with the US of A in Dec 2007 - it became famous when then (and still) Peruvian president Alan Garcia referred to the indigenous people of the Andes and the Amazon as Dogs in the Manger as they sit on huge and rich resources, won’t or can’t make use of them by themselves and won’t allow anyone else to exploit them … Garcia wrote three awful pieces on the ‘Gardener’s Dog Syndrome’ in peruvian newspaper El Comercio in late 2007 and early 2008. (what a waste of paper)
Get a dose of Alan Garcia’s hatred and racism in part 1 of the ‘Perro del Hortelano’ already from 1min 40sek! http://www.youtube.com/watch?v=B3B8nC5Sa78
11.03.2010
@ Johann
Nice graphic
11.03.2010
re: I_edit_2
What?
12.03.2010
Briefly on commenting in - somehow - ‘our’ commentary space that belongs to each post we do. Please pay enough attention when commenting so that your comments are understandable which includes references to other comments! Thanks!
12.03.2010
check this out!
ECUADOR: Avatar Downfall a Blow for Indigenous Communities
http://ipsnews.net/news.asp?idnews=50610
15.03.2010
Also - COOL in China:
Censorship through technological progress;
“Avatar” darf in China nur noch in 3D-Kinos gezeigt werden
…..China hat 1700 Lichtspieltheater mit mehr als 4000 einzelnen Kinosälen, von denen aber nur gut 500 die Technik besitzen, 3D-Filme zeigen können. Chinas Propagandabehörden wollten “Avatar” vorzeitig auslaufen lassen, “weil er die Besucher an Zwangsumsiedlungen denken lässt und möglicherweise Gewalt auslösen könnte”, berichtete die Hongkonger Zeitung Apple Daily.
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Avatar-darf-in-China-nur-noch-in-3D-Kinos-gezeigt-werden-907946.html
15.03.2010
This has nothing to with anything - Avatar is a great date movie, as two friends of mine just confirmed (who saw the film together…)
16.03.2010
Regarding date movie - reference to show that Avatar works within the traditional functionality of (Hollywood) narrative cinema, too.
Reply to post “Avatar Downfall a Blow for Indigenous Communities”: an Oscar win (recognition by the established film industry) surely would have been a symbolic victory. But on the other hand, now the film has an “underdog” status that could to seen as (symbolically at least) corresponding with the situation of indigenous peoples.
16.03.2010
“Avatar works within the traditional functionality of (Hollywood) narrative cinema, too. ”
– No surprise, though, if it’s a Pocahontas story copycat.
“now the film has an “underdog” status”
– Don’t think so - the film simply has made too much cash (plus 9 Oscar nominations) to be an underdog! Perhaps he could gain some underdog momentum given Avatar lost out against - Bigelow’s pro-US-troops-in-Iraq-adrenalin-war-p***-movie.
16.03.2010
p***?
16.03.2010
p*rn?
16.03.2010
@ fdcl
thanks! fixed it.
17.03.2010
Digging deeper on the above mentioned Ecuador vs. Chevron case:
NY Judge dismisses Ecuador request for stay [=stop] of Chevron arbitration
http://www.investmenttreatynews.org/cms/news/archive/2010/03/16/news-update-ny-judge-dismisses-ecuador-request-for-stay-of-chevron-arbitration.aspx
In a few words: The Court in New York was divided over the fact if it could stop the arbitration - as requested by Ecuador - but found one arbitrable issue to be dealt with at the International Court of Arbitration in Den Haag. The arbitrable issue seems to be
“In particular the Judge pointed to Chevron’s claim that two Chevron lawyers were inappropriately criminally indicted and sanctioned and that this entitles the company to “moral damages” as a result of President Correa his government’s public campaign against the company.”
This arbitrable issue doesn’t seem to be related to the 27 bn USD damage claim Chevron is facing and which was defined by a court expert in Ecuador. But of course the step towards Den Haag by Chevron serves to show the world that the Ecuadorian judiciary is not independent and free from state influence. And thus, that any judgement - including damage claims - is not produced by an independent court!
19.03.2010
PULSE pulls Zizek from his ivory tower: “Žižek on Avatar”
http://networkedblogs.com/p29874231
05.04.2010
See (choose language!) another post on April 5:
Avatar-Regisseur Cameron goes Amazon in Belo Monte
http://www.realeyz.tv/blog/de/avatar-regisseur-cameron-goes-amazon/